Wechsel in den Freistaat Bayern

Anfang 2013 drohten einzelne Landräte und Bürgermeister unserer Region mit einem Wechsel nach Bayern als Reaktion auf die geplante Kreisgebietsreform. Ein Wechsel der Landkreise und kreisfreien Städte unserer Region zum Freistaat Bayern wäre aus unserer Sicht jedoch nur ein Zwischenschritt zur Schaffung eines Bundeslands bzw. einer Europaregion Franken. Zwei große Gebiete der Region Franken wären zwar politisch wiedervereinigt, jedoch würde so, etwas überspitzt formuliert, lediglich die thüringische Fremdherrschaft durch eine bayerische Fremdherrschaft ersetzt werden. Deshalb wäre aus unserer Sicht eine Neugliederung der Bundesländer zur Vorbereitung auf ein Europa der Regionen der sinnvollere und nachhaltigere Schritt.

Im Zusammenhang mir der geplanten Fusion der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stellt ein Wechsel des heutigen Südthüringen in den Freistaat Bayern eine völlig legitime Alternative dar. Sollte das Bundesland Mitteldeutschland unabhängig von einer allgemeinen und bundesweiten Neugleiderung des Bundesgebietes, also als Einzelvorhaben, doch noch spruchreif werden, werden wir uns für unsere Region für eine Wahloption „Wechsel des fränkischen Teils des Freistaats Thüringen in den Freistaat Bayern“ einsetzen. So kann auch die Volksabstimmung nachgeholt werden, welche 1919 der Bevölkerung des Freistaats Sachsen-Meiningen (Bad Salzungen, Meiningen, Hildburghausen, Sonneberg und das thüringische Saalfeld) von der damaligen Landesregierung in Meiningen verweigert wurde und Schmalkalden, Suhl und Schleusingen bekommen erstmals die Gelegenheit für eine demokratisch legitimierte Entscheidung bezüglich Ihrer Zugehörigkeit.

Wir haben am 24.9.2015 mit einem Offenen Brief an die Thüringer Landesregierung für September 2016 den Start einer entsprechenden Unterschriftensammlung angekündigt, sollten bis Ende August 2015 nicht dreizehn von uns aufgestellte Forderungen erfüllt werden, die eine Anerkennung eines fränkischen Teils im Freistaat erwirken sollen. Da unser Offener Brief inhaltich ignoriert wurde, haben wir am 31. August 2016 eine Unterschriftensammlung des Altkreises Sonneberg in den Freistaat Bayern gestartet, welche aktuell noch läuft. http://www.los-von-thueringen.de

Seit Mitte 2015 werden wegen der anstehenden Kreisgebietsreform in Sonneberg, wegen des drohenden Verlust der Eigenständigkeit als Landkreis, die Stimmen für eine Wechsel in den Freistaat Bayern wieder lauter. Die Diskussion wird seit Anfang 2016 erfreulicherweise deutlich sachlicher. Die Gründe für den Landkreis nach Bayern wechseln zu wollen, sind vor allem wirtschaftliche Gründe. Sonneberg bildet vor allem mit Coburg, aber u.a. auch mit Kronach, einen regionalen Wirtschaftsraum. Man kann Hildburghausen ebenfalls als Teil dieses Wirtschaftsraumes betrachten. Man befürchtet, dass ein einem größeren Landkreis, der weitere benachbarte akutelle Landkreise oder die kreisfreie Stadt Suhl im Freistaat Thüringen umfasst, auf Grund der entstehenden Machtverhältnisse Entscheidungen getroffen werden, die diesem gemeinsamen Wirtschaftsraum mit Coburg schaden. Bemerkenswert an der Entwicklung in Sonneberg ist jedenfalls, dass man dort so langsam aufhört in Ost und West zu denken.