Historisches

Wie definiert man „Südthüringen“?

Südthüringen“ entspricht dem im Freistaat Thüringen südlich des Rennsteigs liegenden Teil Frankens, also dem Bereich von Bad Salzungen bis Sonneberg. Dieser Bereich besteht aus jeweils der nördlichen Hälfte der ehemaligen Gefürsteten Grafschaft Henneberg und der ehemaligen Pflege Coburg. Die Grenze zwischen dem Henneberger Land und dem Coburger Land bildet die Sächsische Landwehr. Die südlichen Hälften dieser Gebiete liegen heute vor allem in Bayern, in den Regierungsbezirken Unter- und Oberfranken.
Richtig fränkisch wurde das Gebiet im Zuge der Fränkischen Ostkolonisation, die im Henneberger Land wohl schon im 9. Jahrhundert abgeschlossen war und im Bereich der Pflege Coburg vermutlich erst im 12. Jahrhundert beendet wurde.

Ev. Kirchenkreise und aktuelle Landkreise

Herkunft des Begriffs „Südthüringen“

Der Begriff „Südthüringen“ ist ein recht neuer Begriff, für den es keinen relevanten historischen Hintergrund gibt. Er wurde vor allem nach der Abschaffung der DDR-Bezirke 1990 etabliert. „Südthüringen“ ist also kein Begriff für eine Region im Sinne einer Landschaft oder einer ethnisch-kulturellen Zugehörigkeit der Bevökerung, sondern beschreibt lediglich den südlichsten Teil des Freistaats Thüringen, dessen Vorgänger, das Land Thüringen, erst 1920 entstand.
Das ursprüngliche Thüringen lag nördlich des Rennsteig. So lag auch das historische Südthüringgau (Südthoringi) wesentlich weiter im Norden als das heutige „Südthüringen“.

• Unsere Forderung: Wir sollten uns angewöhnen für unsere Region den Begriff Henneberg-Franken zu verwenden!

Wie Henneberg-Franken zu Thüringen kam

Im Prinzip gab es zwei bereits relativ früh stattgefundene Ereignisse, die unsere fränkische Region in den Herrschaftsbereich der sächsischen Wettiner brachte. Ein weiteres Ergebnisse zeriß nach fast 400 Jahren Existenz die Pflege Coburg:

  • 1291 kam die Pflege Coburg zuerst als Mitgift zur Mark Brandenburg, kam dann 1312 für kurze Zeit noch einmal an die Henneberger um dann 1353 endgültig als Erbteil an das Kurfürstentum Sachsen. zu fallen. So lag die Pflege Coburg von 1512 bis 1806 im Obersächsischen Reichskreis.
  • 1583 starben die Henneberger aus. Zu ihren Lebzeiten hatten sie aus Geldmangel Erbverträge mit den Wettinern abgeschlossen, so dass diese dann die Verwaltung übernahmen, auch wenn das Henneberger Land bis 1806 weiterhin zum Fränkischen Reichskreis gehörte.
  • 1680 kam es zu einer Erbeiteilung, bei der u.a. die Herzogtümer Sachsen-Coburg, Sachsen-Hildburghausen und Sachsen-Meiningen (Sonneberg als Meininger Oberland) entstanden. Hierdruch wurde das Coburger Land als auf Grund geogafischer Gegegenheiten natürlich gewachsene politische Einheit zerstört. Letztendlich ist diese Erbteilung die eigentliche Ursache dafür, dass sich das Coburger Land heute über zwei Bundesländer erstreckt.

So kam es, dass ab 1871 Sachsen-Meiningen und Sachsen-Coburg im Deutschen Kaiserreich zu den acht sogenannten Thüringischen Staaten gerechnet wurden. 1920 entstand das Land Thüringen, in dem sieben der acht thüringinischen Staaten aufgingen. Coburg ging damals freiwillig zu Bayern. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs kamen auch die damals vorübergehend preussischen Gebiete unserer Region (Schmalkalden, Schleusingen und Suhl) zum Land Thüringen, das bis 1952 Bestand hatte. Ab 1952 gehörte unsere Region bis 1990 zum Bezirk Suhl. 1990 wurde der Freistaat Thüringen gegründet und die Landkreise wurden wieder als eigenständige Einheiten eingeführt.

• Unsere Forderung: Da lediglich die aktuelle politische Zugehörigkeit zum Freistaat Thüringen an uns thüringisch ist, fordern wir anstatt des Begriffs „Südthüringen“ den Begriff Henneberg-Franken zu verwenden oder die Region als den im Freistaat Thüringen liegenden Teil Frankens zu bezeichnen.

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Der Frankenrechen in „Südthüringen“

U.a. folgende Dörfer, Städte, Gemeinden und Landkreise in „Südthüringen“ haben den Fränkischen Rechen in ihrem Wappen:

Für weitere Hinweise sind wir sehr dankbar.

Ein Vielfaches mehr an Orten hat u.a. die Henne, die drei roten Sparren auf silbernem Grund, die drei roten Rosen bzw. die Farben Weiß, Rot und Blau der fränkischen Adelsgeschlechte der Henneberger, der Herren von Sonneberg, der Heßberger oder der Schaumberger in ihrem Wappen enthalten.

Henneberger Sonneberger Heßberger Schaumberger

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Wirtschaftliche Vergangenheit

Entsprechend der politischen Zugehörigkeiten und der geografischen Lage war natürlich die Wirtschaft bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs ebenfalls ein Teil des Wirtschaftraums Frankens.

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Literatur

Literatur zur Geschichte von Henneberg-Franken

Museen

Museen in Henneberg-Franken