Fränkische Adelsgeschlechter und geistliche Regenten in Südthüringen

Vor dem Wegfall der Pflege Coburg an die Mark Brandenburg und später an das Kurfürstentum Sachsen zwischen dem Ende des 13. und Mitte des 14. Jahrhunderts und Wegfall des Henneberger Landes Ende des 16. Jahrhunderts an die sächsischen Wettiner, herrschten in unserer Region verschiedene fränkische Adelsgeschlechter und Kirchenfürsten. Die nachfolgenden Listen behandeln jeweils lediglich die Geschichte bis zu diesen beiden Ereignissen.

Fränkische Adelsgeschlechter

Die folgende Liste ist nicht vollständig. Wollen Sie hier Ihr Wissen einfließen lassen, so nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf.

  • Die Grafen von Henneberg regierten in mehreren Nebenlinien aufgeteilt die Gefürstete Grafschaft Henneberg und waren das bedeutendste Adelsgeschlecht unserer Region. Sie formten bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts die politische Einheit, die wir heute besser als Henneberg-Franken bezeichnen sollten. Die nachfolgend aufgeführten Adelsgeschlechter waren zum größten Teil den Hennebergern auf Grund von diesen übertragener Lehensrechte unterstellt.
    Viele Orte unserer Region haben heute noch die Henne der Henneberger in ihrem Wappen. Der Begriff Hennebergisch-Fränkisch findet sind u.a. in Vereinsnamen oder bei der Bezeichung des gleichnamigen Fachwerkbaustils. Der Ort Henneberg, der Stammsitz der Familie, ist relativ klein geblieben. Dafür hat sich die Bezeichnung Henneberger Land für einen großen Landstrich etabliert und findet sich häufig in Namen von Vereinen und Institutionen wieder.
  • Die Herren von Frankenstein stammten vermutlich von den Hennebergen ab und herrschten in der Gegend um Bad Salzungen.
  • Die Herren von Wolff von Todenwarth herrscheten über ein kleines Gebiet im Norden des heutigen Landkreises Schmalkalden-Meiningen.
  • Die Herren von Hallenberg herrschten über in Gebiet im Osten des heutigen Landkreises Schmalkalden-Meiningen.
  • Die Herren Truchseß von Henneberg herrschten über ein kleines Gebiet im Süden des heutigen Landkreis Schmalkalden-Meinigen.
  • Die Herren von Bibra herrschten über einen Teil des Grabfelds im heutigen Landkreis Schmalkalden-Meiningen.
  • Die Herren von Schmeheim herrschten über ein Gebiet bei Themar im heutigen Landkreis Hildburghausen.
  • Der Edelfreien von Heßberg beherrschten Teile des heutigen Landkreises Hildburghausen.
  • Die Ritter von Veilsdorf und Massenhausen herrschten in direkter Nachbarschaft zu den Heßbergern und waren das Stammgeschlecht einiger Adelsgeschlechter im Vogtland und in Böhmen.
  • Die Grafen von Wildberg beherrschten in unserer Region zeitweise Teile des Grabfelds um Römhild, das Heldburger Unterland und den Bereich Hildburghausen und Bad Rodach. Durch Heirat ging deren Herrschaftsgebiet vor allem an die Henneberger. Die im heutigen Unterfranken gelegenen Teile ihrer Herrschaft gingen an das Bistum Würzburg.
  • Die Herren Greiff von Erlebach herrschten im Südwesten des heutigen Landkreises Hildburghausen.
  • Die Herren von Rußwurm herrschten ebenfalls im Südwesten des heutigen Landkreises Hildburghausen.
  • Die Herren von Schaumberg waren nicht nur im nach ihnen benannten Schaumberger Land ein sehr einflußreiches Geschlecht im heutigen Landkreis Sonneberg, damals Teil Andechs-Meraniens. So finden sich auch viele Besitzungen und Hinweise in Ober-, Unter-, Mittelfranken und Oberbayern. Sie wurden im 13. Jahrhundert von den Hennebergern von ihrem Stammsitz auf der Schaumburg nach Niederfüllbach im heutigen Landkreis Coburg verdrängt, konnten später aber noch einmal in Rauenstein Fuß fassen.
  • Die Herren von Sonneberg waren ebenfalls Vertreter Andechs-Meraniens, bis diese Herzogsfamilie 1248 ausstarb und die Henneberger den westlichsten Teil Andechs-Meraniens, quasi die östliche Hälfte des Coburger Landes, übernahmen.
  • Die Herren von Gotsmann herschten kurze Zeit über das heutige Neuhaus-Schierschnitz im Osten des Landkreises Sonneberg.
  • Die Herren von Kemmaten hatten einige Besitzungen Im Südosten des heutigen Landkreises Sonneberg und im nördlichen Landkreis Coburg.
  • Die Herren von Heldritt herrschten über ein kleines Gebiet im Nordwesten des heutigen Landkreises Coburg.
  • Die Herren von Sterker von Wohlsbach beherrschten ein großes Areal im Zentrum und im Norden der späteren Pflege Coburg. Sie unterstanden teilweise den Hennbergern, waren andererseits aber recht einflußreich, so daß sie auch einige Zeit Burggrafen von Meißen waren.
  • Die Ritter von Rosenau beherrschten ein kleineres Gebiet im heutigen Landkreis Coburg.
  • Die Schencken von Siemau beherrschten ein Gebiet im Süden des heutigen Landkreises Coburg.
  • Die Herren von Fullbach herrschten im Auftrag des Klosters Banz, also des Erzbistums Bamberg, über Gebiete im Süden des heutigen Landkreises Coburg.
  • Die Herren von Rossau herrschten über ein kleines Gebiet im Süden des heutigen Landkreises Coburg.

Kirchenfürsten und kirchliche Besitztümer

  • Die Abtei Fulda hatte zahlreiche Besitzungen im Nordwesten unserer Region. Zuletzt und bis 1815 gehörte das Amt Geisa als römisch-katholische Hochburg in unserer ansonsten evangelischen Region zu Fulda.
  • Das alte Amt Vacha gehörte bis 1815 zur Abtei (Bad) Hersfeld.
  • Das Bistum Würzburg hatte verstreut über unsere gesamte Region viele Besitzungen. Die letzten Besitzungen des Bistums in Henneberg-Franken waren Meiningen (bis 1542) und Wolfmannshausen (bis 1808). Bis 1752, zur Gründung des Bistums Fulda, gehörte auch die Abtei Fulda kirchlich zum Bistum Würzburg.
  • Das heutige Erzbistum Bamberg hatte seit seiner relativ späten Gründung viele Besitzungen in der späteren Pflege Coburg.
  • Das thüringische Benediktinerkloster Saalfeld hatte nur einzelne kleine Besitzungen in und um Coburg.